Großlachse – eine Liebe im Leben

Großlachse – eine Liebe im Leben TEIL 1

Großlachse zu fangen ist gar nicht so einfach und es gehört neben der richtigen Ausrüstung, Erfahrung und auch eine gehörige Portion Glück dazu, welche zu landen. Bei mir persönlich beschränkt sich das Ganze auf die Monate Ende Juni und Juli auf die frischen, silbrigen Frühjahrslachse die aufgrund ihrer Größe und Kampfkraft eine besondere Herausforderung darstellen.


Meistens sieht man die Fische nicht, denn sie zeigen sich eher selten und so fischt man häufig an Stellen wo aufgrund von früheren Erfahrungen welche stehen könnten oder vorbeiziehen; man ist ständig auf der Suche nach ihnen. Kommt dann der ersehnte Biss, mitunter ein leichter Zug und hat man endlich einen Lachs gehakt und gelandet ist man zufrieden und auch ein wenig stolz. Jeder hat natürlich seine eigene Vorstellung von Großlachsen und definiert sie nach eigenen Erfahrungen und Wertmaßstäben. Für mich beginnt ein Großlachs bei rund 10 kg oder 1 m Länge; nicht das ich kleinere nicht schätze ( sie machen an entsprechendem Gerät viel Spaß) aber der Fluß in dem ich überwiegend auf Großlachs fische hat ein sehr hohes Durchschnittsgewicht und es ist ( wenn es dann klappt) nicht ungewöhnlich Lachse um 1 m zu fangen. Und es gibt die wirklich „Großen“! Meine Erfahrung mit den Ausnahme-Lachsen beschränkt sich auf drei Erlebnisse: Juli 1996 – letzter Tag an der Kharlovka; Ernst und ich fischen den Seapool das letzte Stück Fluß bevor er ins Meer mündet. Ich laufe ein Stück höher zu einer Verengung im Flußlauf und denke das hier ja nun alle Frischaufsteiger durch müssen, fange an zu fischen und sitze nach wenigen Würfen fest;  es fühlt sich an wie ein Hänger; Zweifel kommen aber nicht auf denn der Hänger bewegt sich und zieht gemächlich hin und her. Ich halte gegen und ernte Kopfstöße; der Fisch schwimmt in mäßigem Tempo stromab, so als sei er gar nicht gehakt. Guide und Mitfischer stehen auf einer Anhöhe und werden beim Anblick des Fisches unruhig. Gesten sollen mir signalisieren, dass es sich um Großlachs handelt; der Fisch steht wieder einmal und ist nicht zu bewegen. Ich übe Seitendruck auf ihn aus und habe das Gefühl, das ich ihn kontrolliere; weit gefehlt. Plötzlich setzt sich der Fisch stromab in Bewegung, nimmt Fahrt auf und schwimmt mit Vehemenz auf eine Insel zu. Schon längst bin ich im backing und kann kaum folgen. Vor der Insel springt er , fällt in mein 40er Vorfach und zerreißt es mit lautem Knall und hinterläßt einen geschassten Angler. Was für ein Fisch; was für eine Vorstellung; was für ein Ende. Der Schlaufenknoten war gerissen.  Fortsetzung folgt!  Ihr Thomas Dürkop