Meerforelle

Der Auftakt der diesjährigen Meerforellenfischerrei wurde wie immer von der Frage wo sind die Fische bestimmt.
Fliegenfischen Thomas Dürkop Meerforellen
Zahlreiche Kunden hatten schon von guten Fängen an deutscher und dänischer Küste berichtet darunter ein sehr stattliches Exemplar von 82 cm. Meine Erwartungshaltung war nicht so hoch ich wollte einfach nur mal wieder dem Ostseesilber nachstellen, mir den Wind um die Nase wehen lassen, und darauf hoffen das der ein oder andre Fisch beißt. Als Ausgangsposition hatten wir den Kolding Fjord ins Auge gefasst und uns im Campingplatz von Klaus Hansen in GL. Abo einquartiert.
Fliegenfischen Thomas Dürkop Meerforellen
Donnerstag nachmittags standen wir im Wasser bei 6,5 Grad Temperatur und schwangen unsere Fliegenruten. Tobias fischte eine Wulff Ambush mit intermediate Polyleader und 22er fluocarbon Spitze während ich mich für eine Wulff Neutralizer (langsam sinkende Spitze) und 4 m Vorfach entschieden hatte. Ich fische gerne Garnelenfliegen und so viel die Entscheidung nicht schwer; eine Perfect Leo Shrimp in braun an 6er Haken sollte es bringen. Der Wind stand gut, eine nicht zu steife Brise brachte guten Wellengang, aber trotz eifriger Wurfbemühungen, keine Fische. Wir fischten erwartungsvoll bis in die Dunkelheit hinein blieben aber ohne Biss. Abends machte ich dann den Vorschlag nach Helnes zu fahren um dort am nächsten Tag an der Steilküste zu fischen. Die Stelle hat mir über Jahre immer wieder schöne Fische gebracht und auch diesmal schienen die Bedingungen ideal. Leicht auflandiger Wind, nicht zu starke Trübung im Uferbereich und klares Wasser mit Leopardengrund davor. Aber wo waren die Fische ? Wir fischten ausdauernd aber ohne das Quäntchen Glück was man manchmal braucht. Spätnachmittags wechselten wir dann noch zum Leuchtturm.
Fliegenfischen Thomas Dürkop Meerforellen
Der Wind war stärker geworden; die Wellenberge waren höher als morgens und klatschten gegen die Wathose und man musste schon aufpassen um nicht umgeworfen zu werden. Wir hielten durch; aber leider verlief auch dieser Tag ohne Fisch, wenn man von einer untermassigen Meerforelle absieht. Am Samstag hatten wir uns für einen Strandabschnitt in Snaptum entschieden (in der Nähe von Horsens) und wechselten in eine windgeschützte Bucht. Dieser Küstenabschnitt ist geprägt von zahlreichen umgestürzten Buchen deren Äste wie Arme aus den Wasser ragen. Ein dänischer Fliegenfischer hatte schon Position bezogen und versuchte sein Glück. Das leichte Steilufer ließ nur an wenigen Stellen den Zugang zum Wasser zu. Tobias fischte voraus und hatte auch bald Kontakt. Ein schöne blanke Meerforelle hatte sich seine Eigenkreation eines Grundels einverleibt. Ich kam gerade rechtzeitig um den Fisch zu Keschern. Die 57 cm Forelle war seine bisher größte und die Freude besonders groß. Der filetierte Fische schmeckte uns abends recht gut. Beim Betrachten des  Mageninhaltes kamen zahlreiche Shrimps, Borstenwürmer und kleine halbverdaute Fische zum Vorschein. Am Sonntag dem letzten Angeltag fuhren wir in Richtung Flensburg und entschieden uns zum Spätnachmittag in der Aapenrader Bucht zu fischen. Auch hier hatte der Wind und die Wellen für leicht getrübtes Wasser gesorgt ohne allerdings zu viel Tang und Seegras beizumischen. Ich hatte mittlerweile auf eine kleine Plastiktube mit schwarzen Schwingen, blauer Fronthechel und silbernen Körper gewechselt und fischte einen kleinen 12er Haken. Während bei den Vortagen gutes Wetter mit viel Sonne vorgeherrscht hatte, hatten wir nun bedeckten Himmel und starken Wind von schräg hinten. Werfen war nicht allzu problematisch denn der Wind war hilfreich und trug unsere Fliegen weit raus; es roch irgendwie nach Fischen und wir gingen optimistisch ans Werk. Die Wahl des Küstenabschnitts erwies sich als goldrichtig und wir fingen im Wechsel schöne fische und Tobias landete seinen persönlichen Rekordfisch mit 65cm. Ich selber konnte neben einigen 60iger+ Fischen eine Regenbogenforelle mit gut 3 kg landen, die an der kleinen Tubenfliege und der 6er Helios einen herrlichen Fight lieferte. Mit 10 gelandeten Fischen war dies ein perfekter Abschluß eines langen Wochenendes an der Dänischenküste und für mich einmal wieder der Beweis, das sich durchhalten auszahlt. Ich freue mich schon auf das nächste Mal Euer Thomas