Ein Tag im Herbst

Es war ein Tag im Herbst vor zwei Jahren, an dem Freude und Frust so nahe bei einander lagen und die fischereilichen Ereignisse mich bis heute nicht losgelassen haben!

Morgens gegen 10.00 Uhr betrat ich unser Vereinsgewässer im Sauerland an einer vielversprechenden Stelle, langsames Wasser mit tiefen Riefen und Gumpen zeichnen diese Stelle aus.  Die Fliege angeknüpft  hole  ich zum ersten Wurf aus, noch ein Blick ins Wasser  und schon ist die Nymphe dort, wo ich sie hin haben möchte!  Zum Start des Angeltages fische ich stromab und möchte durch fleißiges Zupfen evtl. zum Erfolg kommen! Unglaublich erster Wurf der erste Fisch eine ca.  dreißiger Bachforelle, zehn Würfe später  konnte ich bereits 4 Fische verbuchen, doch nichts zu dem was noch folgen sollte!!!

Nach einer gefühlten halben Stunde watete ich ca. 500 m stromauf. Mit Watstock  bewaffnet bewegte ich mich sehr leise im Schatten der Bäume  durchs Wasser,  dort angekommen wo ich hin wollte wartete ich erst einmal ca. 10 Minuten bis sich alles im näheren Umkreis wieder beruhigte , wechselte in dieser Zeit auf ein 12er Vorfach Tippet und knüpfte eine "Green Pea" der  Gr. 10 an, ferner passte ich das Deep Soft Weight von Loon den Wasser- und Strömungsverhältnissen an . Ich warf die Fliege schräg stromauf, ich befischte eine ca. 7 Meter lange Riefe,  und begann direkt  damit Leerleine auf das Wasser zu legen und direkt auch wieder aufzunehmen um die Nymphe möglichst natürlich dahin treiben zu lassen, mein Loon Bissanzeiger war leider zur Neige gegangen so das ich gespannt die Leine fixierte, - da eine kurze Verzögerung- sofort schlug ich an und .....

es katapultierte sich die "Mutter aller Äschen" mit einem mächtigen Sprung aus dem Wasser. So etwas habe ich noch nie gesehen,  diese Äsche war anders als alles was ich bisher an der Leine hatte, nach dem Sprung zog der Fisch direkt ca. 10 Meter stromab und stellte sich in die Strömung, nichts was ich an der Rute und Leine tat konnte das Tier bewegen die Strömung zu verlassen. Nach einiger Zeit produzierte der Strömungsdruck und die gespannte Leine ein Geräusch wie ich es nie vergessen werde, plötzlich schwamm der Fisch in meine Richtung und ich musste zusehen das ich die Leine gestrafft halten konnte. Das war meine Chance da ich im ca. 20cm tiefen Wasser stand und wenn ich es schaffen würde den Fisch aus der Tiefe fern zu  halten. Jetzt sah ich die "Mutter" ein Fahne so groß
wie viele gute Äschen, ich schaffte es das Tier aus der Strömung fernzuhalten  und die  Äsche saust so um mich herum und nach einiger Zeit wurde Sie immer müder, Sie schwamm sogar um mich herum, und ich fiel fast ins Wasser beim Versuch die Leine irgendwie von meinen Füßen zu befreien, jetzt schien der Augenblick des kescherns gekommenund ich griff nach meinen McLean Kescher und fragte mich jetzt schon was die Äsche wohl wiegt und wie groß Sie wohl ist! Und genau in diesem Moment gab sie noch mal richtig Gas ich konnte Sie nicht halten und musste ihr Leine nachgeben und sie  stellte sich wieder in die Strömung,

 "scheisse dachte ich"!  Im nächsten Schritt forcierte ich richtig über die Leine und übte ordentlich Druck aus,  ein fataler Fehler in einem hohen Bogen kam mir die Nymphe entgegen und alles war vorbei!  Ich setzte mich ins Wasser und konnte es nicht fassen,  ein Tier das ich auf  60cm bis 65cm schätze die Fahne so groß ... .......................! Nach einiger Zeit setzte ich mich sehr bedröppelt wieder in Bewegung,  überquerte den Fluss und fischte nur noch sehr unkonzentriert, dennoch konnte ich den einen und anderen Flossenträger überzeugen meine Nymphe zu nehmen, schöne Fische bis zu 40cm waren dabei! Am späteren Nachmittag gegen 16.00 Uhr befische ich eine meiner Lieblingsstellen ein ca. 1m tiefer, ca. 3-4m  breiter und ca. 6 Meter langer Gumpen, das Wasser fließt hier sehr schnell so das man i.d.r. nur mit schweren Nymphen eine Chance hat.  Ich legte eine 10er SoftHackel Hare´s Ear ca. zwei Meter vor Beginn des Gumpen  am vorderen Strömungsrand auf´s Wasser, das mit Loon Deep Soft Weight zusätzlich beschwerte Vorfach bringt die Nymphe schnell auf Tiefe, schnell die Rute hoch, Leine einholen und unter kurzer Leine sauste die Nymphe grundnah durch den schnell fließenden Gumpen. Die Rutenspitze folgte der Strömung und unter kurzer Leine bewegte ich die Nymphe leicht mit der Leine, die ich in den Fingern hielt, da ein zarter Kontakt nur ganz leicht, sofort  nehme ich intuitiv die Rute hoch, die Reaktion zeigt mir schnell das sich ein "Guter Fisch" an der Leine befindet  nach zügigen Drill entlasse ich eine 51 er gut genährte Äsche, "Yes" das gab Motivation, mit kühlem Kopf ließ ich meine Nymphe 3-4 mal erneut an der vorderen Strömungskante auf Tiefe gehen, leider kein Erfolg. Jetzt wate ich ein Stück, am Anfang des Gumpen hinein, ein Bein steht unter hohem Druck in ca. 80-90cm tiefen Wasser, jetzt befische ich den mittleren Teil des Gumpen und beim zweiten

durchtreiben der Nymphe hake ich am Ende des Gumpen eine ca. 60cm große Bachforelle, das Tier nahm den "Fight" auf Ihrer Weise auf und zog mit großer Geschwindigkeit stromab, ich hatte Probleme mein Bein aus dem stark strömenden Wasser zu bekommen und den Halt nicht zu verlieren!  Der Fisch hatte schnell 10-15m zurückgelegt jetzt folgte ich ihm stromab, nach ca.50 Metern blieb die Bachforelle endlich stehen, ich kam nur langsam hinterher und die Leine hatte mittlerweile einen extrem spitzen Winkel, trotz allem kam ich näher und konnte die Forelle einholen da stand sie nun in relativ flachem Wasser so schön wenn ich die Augen schließe sehe ich diesen Super-Fisch immer noch vor mir.... Das "Happy End" blieb für mich leider aus, der Fisch zog weitere ca. 30m flußab und irgendwann ein großer Schlag eine kräftige rollen ähnliche Bewegung beförderte die Nymphe in meine Richtung, das wars!
Nach kurzem Hadern schleppte ich mich wieder stromauf, auf Höhe des Gumpen angekommen kam ich auf die Idee diesen ein weiteres mal zu befischen beim 3 oder 4 Durchtreiben der Nymphe direkt in der Mitte des Gumpen hakte ich wie sich später herausstellte eine 53cm große Äsche ein toller Fisch, ein toller Fight, den ich dieses Mal  für mich entscheiden konnte!

Das wars, ich war "Satt" der Fischereitag konnte mir nichts mehr geben, alles was man sich vorstellen  kann habe ich heute durchlebt  bzw. erlebt!

Danke Maik Wiemers